in den toiletten berlins, heute: hotel-bar, fuchsbau, schlawinchen

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wenn man mit dj krawatte unterwegs ist, sollte man lieber genug geschlafen haben: unser feierabend-bier endete natürlich in einer ausgewachsenen kneipentour – wer kann schon dem charme von krawatte widerstehen. so sollten wir nicht nur diverse neue toiletten besuchen, sondern auch den ein oder anderen neuen hit kennenlernen und gegen hannes und ? fast im kicker gewinnen. doch zunächst ging es nach kurzer beschau der hotel-bar in den fuchsbau. hier konnte exzellent unter freiem himmel osteuropäischer gerstensaft konsumiert werden. auch zum essen scheint der fuchsbau gut geeignet, derlei profane bedürfnisse hatten wir jedoch bereits hinter uns gelassen. anschließend ging es dann zurück in die hotel-bar, wo wir eine neue art des schnorrens kennenlernten: am nebentisch des hinterstübchens, in dem wir saßen, setzte sich nach kurzer zeit jose nieder, um sich und seine gitarre warm zu spielen. so weit, so gut, doch nach kurzer zeit ging er dann nach vorne um ein kleines konzert zu spielen. im anschluss drehte er jedoch mit hut in der hand eine runde durch den laden, um die musikalische untermalung zu versilbern – scheint auf jeden fall erträglicher, als zehn meter weiter auf dem bürgersteig zu singen. später trafen wir ihn dann unten im club wieder, um die hart erdudelte knete in bereits erwähnte erlesene bedürfnisse umzusetzen. eben jener club öffnete kurz vor mitternacht seine pforten, um die tanzwütigen grazien der umgebung mit funky tunes zu erfreuen. oftmals fehlt es in clubs an der rechten dichte an menschen, um das eis zu brechen und den floor zu füllen – das passiert auf zwölf quadratmetern deutlich schneller, bald waren alle zwischen unverputzten kellerräumen am rotieren, auch dank der netten musikauswahl gunter gabriels am plattenteller. beschlossen werden sollte der abend dann im schlawinchen, einem weiteren laden von dem ich noch nie gehört hatte und den krawatte wie selbstverständlich aus seinem alkohol-versorgungs-stationen-in-der-nähe-hut zauberte. und was für ein glücklicher griff – auch wenn der alkoholikercharme des vorwiegend in einladendem schwarz gestrichenen säufer-etablissements von deutlich schlechteren zeiten zeugte, hatten diverse junge kreuzberger den weg ins schlawienchen gefunden und so ergab sich eine bunte mischung gut gelaunter menschen mit den verschiedensten hintergründen. vom oi-punk über die obligatorischen amis bis hin zu hannes war jede art von existenz vertreten. damit hatte der betreiber, den ich mir wie eine kreuzung aus ottfried fischer und dieter degowski vorstelle, sicherlich auch nicht gerechnet, als er in den siebziger jahren beschloss, sein hobby zum beruf zu machen. zottelbart hannes sollte uns mit seinem ich-wohne-unter-der-brücke-da-vorne-outfit gekonnt hinters licht führen und mich und krawatte beim kickern ein ums andere mal die (was mich betrifft engen) grenzen aufzeigen. zwar konnte dank krawattes müllereskem torriecher einmal gar für mehrere minuten die führung erreicht und gehalten werden, am ende siegten jedoch gekonnt hannes und ein nicht mehr einem namen zuzuordnender mitspieler, der uns in einer spielpause zudem über die kriegstreiberin angela merkel aufklärte, mit der wir jetzt im irak stehen würden – an dieser stelle nochmal vielen dank dafür! erwähnt werden soll hier allerdings nochmal der skurrile charme des schlawinchens, an dessen dunkler decke mehr obskure sachen hängen als in manchem museum für zeitgenössische kunst. auf jeden fall einen besuch in den späteren nachtstunden wert.

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