neon – stern-spinoff für junge leute?

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grade habe ich mich bei neon angemeldet. das „junge unisex-magazin“ (selbstbeschreibung) wird vom gruner & jahr-verlag monatlich herausgegeben und soll als stern-spinoff die 20-30-jährigen leser anziehen, die man wohl mit dem stern nicht mehr zu erreichen glaubt (zu recht). dazu wurden als autoren in der vergangenheit schon heike makatsch oder auch christian ulmen gewonnen. natürlich hat neon auch eine internet-site. nachdem ich nun den anmeldeprozess hinter mir hatte, wurde ich direkt zum mitmachen animiert (laut bob rains eine der besten möglichkeiten, user zu binden): auf der login-page erschien eine „hitlisten“-box, auf der man unter fünf personen eine rangliste erstellen sollte unter der fragestellung „welche person möchtest du einfach gerne mal vermöbeln?“. dabei bewies neon mit der auswahl roland koch, kai diekmann, michel friedmann, florian silbereisen und dem programmdirektor von mtv zwar durchaus guten geschmack, aber die vermutung, das zielpublikum vermöble gern leute, ist doch etwas gewagt. so jung und alternativ ist neon dann doch nicht, das wissen die damen und herren auch selbst ganz genau, darum ist dieser versuch, lustig zu sein, auf einem offensichtlich reinen marketing-produkt zum einfangen jüngerer leser, die man mit seinem angestaubten hauptmedium nicht mehr hinterm ofen hervorlockt, nur noch eine mischung aus armselig und peinlich. auf einer antifa-site hätte ich mich vermutlich kaputt gelacht und direkt teilgenommen, neon sollte aber lieber das tun, was sie gut können: mit großen budgets autoren einkaufen, die die zielgruppe interessieren.

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